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Viele Redewendungen, die wir in heutiger Zeit noch oftmals in unserem Sprachgebrauch nutzen, kommen ursprünglich aus dem Mittelalter, aus früheren oder späteren Zeiten, was uns in vielen Fällen unbewusst ist.
Einige haben wir einmal für Euch hier aufgezeigt mit deren Bedeutung:

Ins Bett steigen:

Die Menschen waren damals kleiner als heute.
Bevor wir weiter zu der Bedeutung  dieser Redewendung kommen, erst mal vorab eine 
kleine Darstellung über die Körpergrößen der vergangenen Zeiten - Qelle Wikipedia:

 

Zeit                                     Körpergrößen ( Durchschnitt 
                                                  Männer          Frauen
                                                  in cm              in cm


5300 - 2000 v.Chr.                    163,5              151,5

2000 -  750 v. Chr.                    165,2              153,6

  750 -   20  v. Chr.                    166,1              155,9

20 v.  - 450 n. Chr.                    165,5              153,3

 450 -   700 n. Chr.                    167,9              156,2

 700 - 1000 n. Chr.                    167,3              155,4

1000 - 1500 n. Chr.                   166,3              154,7

1500 - 1800 n. Chr.                   167,8              155,3

19. Jahrhundert                        167,6              155,7

Deutschland 2003                     177,0              165,0

Deutschland 2005/ 09              178,0              165,0

Mögliche Ursachen für die mittleren Körpergrößen sind neben den allgemeinen Ernährungslage auch Klimaänderung, Änderung der Gesundheitslage und Zunahme der Bevölkerungsdichte.

Das so nebenbei zur Veranschaulichung von den damaligen Körpergrößen, aber kommen wir nun zur Bedeutung der Redewendung - ins Bett steigen:

Die Bettkästen damals waren schon allein sehr hoch und zudem stand das Bett meist auch noch auf einem Sockel, um der Steinfußbodenkälte entgegenzuwirken. Also musste man dann den Sockel hochklettern / hochsteigen und ins Bett steigen.

 

Den Nagel auf den Kopf treffen :  

Wer denkt, diese Redewendung kommt ursprünglich aus der Zimmemannssprache, der irrt sich.
Vielmehr geht es hier um einen Nagel, der damals in der Mitte von Strohzielscheibe angebracht war, wo heute ein schwarzer Punkt ist. Wer diesen Nagel dann beim Schießen auf den Kopf traf, der hatte ins " Schwarze " getroffen.

 

Etwas Anprangern :  

Im Mittelalter kannte man keine Skrupel und die Strafen waren deshalb sehr grausam. Diese wurden zudem auch öffentlich zur Schau und gleichzeitig zur Abschreckung auf dem Marktplatz, vor öffentlichen Gebäuden, Kirchen usw. durchgeführt.

Der Pranger war meist ein Pfahl ( Schandpfahl genannt ) ,                    
wo der Bestrafte am Hals und an den Händen angekettet wurde

oder ein Stehpranger, wo er in Aussparungen seinen Kopf und beide Hände legen und dann für eine geraume Zeit stehen musste. Ein Schild, auf dem seine Missetat stand, wurde ihm dann meist umgehängt.                                                                   

 

Weitere Pranger des Mittelalters waren auch unteranderem der Sitzpranger, Kniepranger, Schandkorb und Schandtonne.

Der Pranger vorher ein Folter-Werkzeug und eine Stätte der Prügelstrafe, später dann für die Vollstreckung von Ehrenstrafen. Wer mit dem Pranger bestraft wurde, der verlor zugleich auch seine Ehre und es war ihm dann hinterher nicht mehr möglich, am normalen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen - der Umgang mit ihm wurde dann gemieden, um nicht selbst noch in den Verruf zukommen.
Die Strafe am Pranger war auch nicht ganz ungefährlich, denn jeder konnte den Verurteilten mit Gegenstände beschmeißen ( Obst, Eier, Steine usw ) . Für den Verurteilten hieß es - Schande über ihn.....er wurde gegenüber dem Volk damit angeprangert ! 

Noch heute kann man in einigen Städten oder 

Dörfern den Schandpfahl / Schandbaum sehen, wie in Monreal/Eifel     
 

 

Einen Zahn zulegen : 

Diese Redewendung stammte aus den mittelalterlichen Burgküchen . In jenen Küchen hingen große Töpfe an gezackten, einem Sägeblatt ähnliche Eisenschienen, mit der man die Töpfe höher oder tiefer über dem Feuer regulieren konnte. Also eine Zahn zulegen - den Topf um einen Zahn näher zum Feuer hängen, um die Speise dann schneller zu garen.

 

Holzauge - sei wachsam:

In den Wehrgängen von Stadtmauern waren mehrere Löcher, rundum mit Holz eingefasst ( Holzaugen ), wodurch die wachsamen Soldaten einen prüfenden Blick ausserhalb der Stadtmauer vornehmen konnten, ohne dass sie selbst nicht entdeckt wurden.   

 

Etwas auf die Hohe Kante legen:

 Über den herrschaftlichen Betten war damals ein Holzgestell. Oben mit Stoff gespannt als Dach / Himmel und ringsum einen Stoffvorhang. Beides schützen so vor herunter fallendes und krabbeldes Ungeziefer und der Vorhang schütze noch zugleich vor der Kälte des unbeheizten Raumes. Auf die Kante des Brettes am Himmel wurde dann Wertsachen, Geld  gelegt, um diese vor Dieben zu schützen.  


Da bleibt der Bissen im Halse stecken:

Ein mittelalterliches Gottesurteil war, dass sich der Angeklagte ein Stück trockenes Brot ohne Flüssigkeit herunter schlucken musste. Gelang es demjenigen ohne Schwierigkeiten, dann war er frei. 


Zur Sau machen:

Entweder entstand diese Redewendung in der Zeit der kleineren Strafen im Mittelalter, wo die Angeklagten, meist Frauen für ihre Schwätzigkeit, mit einer aus Eisen bestehenden Maske (eine sogenannte Schandmaske), die aussah wie ein Schweinekopf, öffentlich rumlaufen mussten, zur Schad und Gelächter aller
....also sich zur Sau machen.   
         


Oder

daß jemand so übel zugerichtet wurde, dass er aussah, wie eine geschlachtete Sau.     

 

Etwas anzetteln:

Diese Redensart stammt von dem Handwerk der Weber und hat nichts mit Zetteln aus Papier zu tun. Bevor man mit dem Weben beginnen konnte, entweder auf einem Webstuhl oder auf einem Webkasten, musste man erst einmal viele Längstfäden spannen. Diese Längstfäden hießen " Zettel ". Also die Vorbereitung zum Weben - etwas anzetteln.

Waren die Längsfäden irgendwie durch einander gekommen, dann hatte man sich " verzettelt ". 

 

Schwein gehabt:

Schon im Mittelalter gab es viele Wettbewerbe und Preiskämpfe.
Als Trostpreis erhielt derjenige oft ein Schwein und damit auch eine Schande, dieses Schwein durch die Stadt treiben zu müssen. Aber trotzdem Glück gehabt, für den letzten Platz ein  Schwein, was Wertvolles in jener Zeit,
trotz Gelächter zu bekommen.
Deshalb bedeutet die Redensart - Glück im Unglück!

 

Den Löffel abgeben:

Im Mittelalter waren nur die Essbestecke, neben den Fingern, das Messer und der Löffel.
Die Gabel war damals im christlichen Mitteleuropa verpönt, weil die Menschen glaubten, daß nur der Teufel eine Gabel besaß. Erst ab dem 16./17. Jahrhundert setzte sich die Gabel in Mitteleuropa gänzlich durch.

Der Löffel, der meist selbst aus Holz geschnitzt wurde, hing in den Wohnungen an einem Löffelbrett. Gab es Suppe oder Brei nahm derjenige seinen eigenen Löffel dort ab, aß damit, wischte ihn danach ab und hängte ihn wieder ans Brett. Sie nahmen auch unterwegs ihre Löffel mit, falls sie zu einem Gelage geladen wurden.
Also war der Löffel nicht nur zum Essen sondern auch ein Symbol für Leben. Man behielt den eigenen Löffel ein Leben lang.
" Den Löffel abgeben " hieß also: derjenige war gestorben und brauchte nun seinen Löffel nicht mehr. Da im Mittelalter nichts weggeschmissen wurde, so wurde der Löffel des Verstorbenen auch meist an den
Jüngeren weitergegeben.



Für jemanden die Hand ins Feuer legen:

 

Ein mittelalterliches Urteil war auch, dass ein Angeklagter seine Hand ins Feuer für eine Zeit lang ins Feuer halten musste. Der Grad der Verbrennungen war der Grad des Verschuldens. Unschuldig war nur derjenige, bei dem die Wunde in kürzester Zeit geheilt war. 

 

 

In die Bresche springen:   

Bei den Eroberungen von Burgen entstanden in den Burgwänden oft Öffnungen oder Spalten, die auch " Bresche " genannte wurden. Diese Bresche, wenn sie noch relativ klein waren, mussten zügig geschlossen werden um das Eindringen der Feinde in die Burg zu verhindern. Da aber erst die Baumaterialien rangeschafft werden mussten, wurde ein Ritter oder mehrere auserwählt in die Bresche / Öffnung zu springen, um diese derweil unpassierbar zu machen.
Also in der Not beistehen, zu helfen.

 

Alles in Butter:

Wenn damals die hohe Herrschaft zerbrechliche Ware, z.B. Glas  von A nach B in ihren Kutschen transportieren wollten, dann wendeten sie eine kleine List an. Das Glas kam dann in Fässern mit flüssiger Butter und durch das Erkalten der Butter waren des dann beim Transport über holprige Wege sicher vor dem Zerbrechen geschützt. Sogar wenn einmal ein Fass runter fiel von der Kutsche blieb es heil. Der Kutscher erkundigte sich vor seiner Fahrt ob " alles in Butter " sei.

 

Schmutzige Wäsche waschen:

Früher trafen sich                                                                                             
die Frauen (Waschweiber)

wöchentlich einmal zum Waschen der der schmutzigen Wäsche am Dorfbrunnen oder an einem Bach. Dort wurde beim Waschen über schlimme Nachrichten, Peinlichkeiten, Intimes usw. getratscht. Dieser Klatsch und Tratsch hat der Volksmund deshalb an dem Sauberkeitsgrad der Wäsche angelehnt - also schmutzige Wäsche.
Da diese Waschfrauen auch über Dinge schwatzten, von denen sie so garnichts verstanden, nennt man noch heute dies als " dummes Gewäsch".     

  

Ins Hemd machen:

Früher hatten die Männer lange Hemden, woran dann die Strümpfe festgeknüpft waren. Dies führte zu Problemen bei kleinen und großen Geschäften. Daraum sagt man heute, wenn jemand vor etwas Angst hat, er solle sich nicht ins Hemd machen.

 

Ins Fettnäpfchen treten:

Schon vor Jahrhunderten stellten Bauern kleine Fettnäpfchen bereit, meist in der Nähe des Ofens oder der Eingangstür, dass auch sich die Gäste ihre Schuhe mit dem Fett in diesen Näpfchen einschmieren konnten, um diese dann vor Nässe zu schützen. Wenn nun ein Gast versehentlich in ein solches Näppchen trat, es umkippte und er dann hässliche Schuhspuren in der Stube hinterließ, wurde es peinlich, zumal er den Groll der Hausfrau damit erntete.

Oder diese Redewendung entstand deshalb, weil damals Würste oder Speckseiten an die Decke des Raumes zum Trocknen aufgehängt wurden. Das herunter tropfende Fett wurde in kleine Fettnäpfchen aufgefangen. Da war nun die Peinlichkeit viel größer, wenn jemand in diese Fettnäpfe trat und sie dann umkippten, denn das Fett war ja abgestanden, verdorben.

                                                        

                                      Weitere Redewendungen folgen noch !!!                                                         

 

 

  Quellen:

  Liste deutscher Redewendungen - Wikipedia     

 Woher stammt..... - Redewendungen

 Buch von Gerhard Wagner " Redewendungen des Mittelalters"

 

 

 

                                      

    

    

 

 

 


 

 

 

 

 

 

   

  

  

 

 
 

 

         

 

 

 

 

 

 

 

 

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